Ein digitaler Zwilling eines Betriebs muss nicht als Geometriemodell beginnen. Für die Instandhaltung, einen Anlagenstillstand oder einen anderen gemeinsamen Arbeitsbereich ist das brauchbare Abbild das aktuelle Bild der Einschränkungen: welche Ressourcen belegt sind und welche Aktionen deshalb nicht fortgesetzt werden können.
Die Struktur wird einmal festgelegt, als gerichteter Graph aus Aktionen und Ressourcen. Der laufende Zustand ist die Markierung auf diesem Graphen. Ein Statusereignis — eine Aktion wird aktiv, endet oder wird erneut geöffnet — wird nicht von Hand in jede betroffene Zeile übertragen. Die Statuskaskade berechnet die Folgen. Der Zwilling zeigt das Ergebnis.
Zwei Knotenarten genügen.
Die räumliche Lage bleibt als Kante vom Typ LOCATED im Modell: Dieses Element liegt in jenem Raum oder an jenem System. Die Kante dient der Orientierung im Zwilling. Sie ist keine Abhängigkeit. Eine Sperre darf sich nicht allein deshalb ausbreiten, weil zwei Elemente denselben Ort teilen.
Die Kaskade ist die Fortschreibungsregel des Zwillings.
Angezeigt wird der ausgewertete Status: gesperrt, abhängig oder der gesetzte Status. Der gesetzte Status bleibt unter einer vorübergehenden Sperre sichtbar. Der Zwilling erzeugt keine Kante. Er wertet den vorgegebenen Graphen aus.
Eine gesonderte Warnung nennt andere Aktionen, deren Sperren sich mit den Ressourcen überschneiden, die dieses Element transitiv voraussetzt. Das ist ein struktureller Konflikt, sichtbar bevor die zweite Aktion beginnt. Es ist keine Prognose und keine Festlegung der Reihenfolge.
Das Produktkonzept bleibt eng.
Der Zwilling beantwortet, welche Ressourcen jetzt belegt sind und welche Aktionen davon abhängen. Er beantwortet nicht, wer als Nächstes arbeiten soll, und er weist die Anlage nicht als sicher aus. Das sind andere Aufgaben, und sie bleiben getrennt, damit das Bild der Einschränkungen prüfbar bleibt.